Als auf Sylt Luftschutzbunker, Löschwasserzisternen und -Teiche gebaut wurden

Baumaßnahmen für den zivilen Luftschutz auf der Insel Sylt begannen um 1938. Sie wurden von der Bevölkerung kaum wahrgenommen.

„Ich will Meier heißen, wenn auch nur ein feindliches Flugzeug über Deutschland erscheint“.

Quelle: Wikipedia „Zitate7“

Die Bauarbeiten machten einen „zivilen“ Eindruck und wurden auch von einheimischen Unternehmen ausgeführt. In den ländlichen Sylter Gemeinden hat man überwiegend Löschwasserzisternen und -Teiche für den Brandschutz angelegt. Für deren Ausführung gab es eine mehrseitige Vorschrift.

In Neubauten für die Marine und Luftwaffe erhielten die Wohnungen und Häuser im Keller einen Luftschutzraum mit einer Stahltür. Unter dem dortigen Kellerfenster befanden sich Steigeisen zum Ausstieg in einen Lichtschacht, auf dessen Abdeckungsgitter stand in großen Buchstaben „Luftschutz“. Bei jedem Haus in der Marinesiedlung stand zusätzlich auf dem Hof ein kleines, reetgedecktes Holzhäuschen, so groß wie eine Baustellen Toilette. Darin befand sich ein 25 m Feuerwehrschlauch mit Spritze und einen Unterflurhydranten Schlüssel mit dem man den Schlauch an einem Unterflurhydranten anschließen konnte.

Ein Luftschutzbunker neben der Kurverwaltung in Westerland diente nach dem Krieg als Aquarium für exotische und heimische Seetiere. Mitte der 50er Jahre kam ein Freibecken für Seehunde hinzu.

Für den Bau eines Meerwasser Wellenbades wurde der Bunker 1962/63 abgebrochen.

Im Zentrum von Braderup befand sich neben dem Luftschutzbunker auch noch ein Löschwasserteich.

Neben verschiedenen Luftschutzbunkern und Löschwasserteichen erhielten die Gemeinden Wenningstedt und Kampen zusätzlich Löschwasserzisternen in den Heidegebieten.

Lt. Schreiben vom 17. August 1941: „Betrifft: Löschwasserbehälter II in Keitum, Grundstück der Gemeinde Keitum, und zwar die Straße von der Post in Richtung Osten“.

Quelle: Sylter Archiv

Ein Luftschutzbunker befindet sich noch vor der St. Nicolai Kirche in Westerland. Die Lage erkennt man an dem Notausgang „Luftschutz“.

Baustelle 1940 in Wenningstedt

A) Die Baustelle eines Luftschutzbunkers neben dem ehemaligen Hotel „Hammerich“ in der Bertin-Bleeg-Straße, war von den Dünen aus sichtbar.

B) Nach dem Krieg wurde der Luftschutzbunker 1953 mit einem Wohnhaus/Lebensmittelgeschäft z.T. überbaut und der Bunkereingang mit Bauschutt zugeschüttet.

Vom Keller des Wohnhauses führte ein provisorischer Eingang in den Luftschutzbunker durch eine Öffnung in der 40 cm starken Bunkerwand.

Der Luftschutzbunker in Wenningstedt bestand aus zwei gleichgroßen Räumen für jeweils 52 Personen, 2 Toiletten und einem Notausgang über Steigeisen. Im ersten Raum befand sich eine Frischluftanlage.

Mit einer Handkurbel wurde die Frischluftanlage betätigt. Über Filter erfolgte der Luftaustausch.

Nach 85 Jahren entfernte „Abbruch Carstensen“ mit dem Bagger den Luftschutzbunker und das Wohnhaus, um Platz zu machen, für den Bau eines neuen Wohnhauses.

Luftschutzbunker als Umkleidekabine auf dem Sportplatz

Unter der Einfahrt zur Wohnanlage „Rote Erde“ befindet sich noch ein Luftschutzbunker für etwa 50 Personen auf dem ehemaligen Sportplatz des TSV Westerland. In der Nachkriegszeit dienten die zwei kleinen Räume den Sportlern als Umkleidekabine.

Nach dem Bunkereingang gelangte man durch eine Luftschleusein den vorderen Schutzraum. Dort befand sich auch eine Toilette.

Neben dem Durchgang zum zweiten Schutzraum, erreichte man über Steigeisen den Notausgang. Im hinteren Raum befand sich die Frischluftanlage.

Antwortschreiben der Drägerwerk Lübeck vom 2.2.44. auf eine Anfrage der Stadt Westerland vom 28. Januar 44.

Es wurde festgestellt, dass der L.S.Bunker in der Friesischenstr. in Westerland, noch nicht mit einer ordnungsgemässigen Belüftungsanlage versehen worden ist. Es handelt sich hier um einen Bunker, von denen bereits einige Apparate, von Ihrer Fa., eingebaut worden sind. Sicherheitshalber, füge ich eine Zeichnung (Anlage Plan IILP 40/402) bei. Ich bitte um Prüfung, ob die Lieferung mit gleichzeitiger Montage erfolgen kann. Nach Einsichtnahme der Zeichnung, bitte ich um gefällige Rückgabe“.

Text Quelle: Sylter Archiv

Aktennotiz der Stadt Westerland vom 12. Febr. 44. an Herrn Oberleutnant Gross zur Kenntnis.

„Aufgrund des Erlasses vom 20.04.42. des Kriegsministers für Bewaffnung und Munition, können Städte unter 75.000 Einwohner, für den Einbau „Gasschutz und Atemgeräte“ nicht mehr berücksichtigt werden. einen Antrag auf Sondergenehmigung zu stellen, wäre daher wohl zwecklos. Z.d.A. (Zu den Akten) Bunker Friesischestr.“

Text Quelle: Sylter Archiv

Weiterführende Artikel

Diese Artikel könnten Sie interessieren